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#1

Mantis als Spätfrost-Opfer?

in Beobachtungen in Österreich 08.08.2012 10:20
von Manuel • 43 Beiträge

Griaß eich!

Heuer werd ich aus der Gottesanbeterin nicht wirklich schlau! Im nordöstlichen Weinviertel ist sie heuer sehr selten, und obwohl ich mich heuer schon viel auf Halbtrockenrasen herumgetrieben habe, kann ich die Funde auf einer Hand abzählen.
Andererseits: Entlang des Donauradweges von Altenwörth nach Krems ist sie sehr häufig, bei fast jedem 2. Stopp hab ich oft gleich mehrere Individuen entdeckt!

Erklären kann ich mir das heuer am ehesten durch den harten und sehr späten Spätfrost im Mai: In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai lagen die Temperaturen bei bis zu -5°C! Sogar im Gewächshaus sind mir die Paradeiser erfroren!
Meine Hypothese: Bis zum 17. Mai waren schon viele der jungen Mantis geschlüpft, sind aber durch den Spätfrost zugrunde gegangen. Entlang der Donau war der Frost allerdings weit weniger stark ausgeprägt, sodass das grundsätzlich sehr trocken-warme Wetter in diesem Frühjahr heuer eine sehr hohe Dichte an Gottesanbeterinnen zulässt.

Vielleicht lässt sich ja am Jahresende aus der Datensammlung vom Thomas was herauslesen!

Viele Grüße an alle!

Manuel

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#2

RE: Mantis als Spätfrost-Opfer?

in Beobachtungen in Österreich 08.08.2012 10:40
von WSW • 1.034 Beiträge

Hallo Manuel!

Deiner Theorie kann man sicher einiges abgewinnen. Bei mir hatte es in Artstetten auf 400m in dem fraglichen Zeitraum gar keinen Frost, die Mantis sind heuer in der gegend sehr häufig.

VG Wolfgang

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#3

RE: Mantis als Spätfrost-Opfer?

in Beobachtungen in Österreich 09.08.2012 11:57
von Thomas Z-K • 738 Beiträge

Hallo Manuel!

Das hat was, diese Frostnacht habe ich an der March verbracht und war auch sehr verblüfft von den Folgen, direkt sichtbar an den hektarweise abgefrosteten Erdäpfel-, Sonnenblumen-, Kürbis-Kulturen entlang von March und Thaya. Robert Vlk, ein tschechischer Kollege, hat mir berichtet, dass sie bei ihren Nachsuchen nach Saga pedo an den südmährischen Fundorten entlang von Thaya und March erfolglos waren und führt das ebenfalls auf diesen Frostmorgen zurück. Gleichzeitig kann ich bestätigen, dass Mantis im Wiener Raum heuer sehr häufig ist, es sich also wirklich um ein regionales Phänomen handelt.
Vielleicht gelingt es uns, eine Temperaturkarte von Ostösterreich vom 18.5. aufzutreiben, daran müsste man gut erkennen können, wo das Abfrosten der Mantis und Sagas wieder ein Ende hatte.
Interessant wäre zu klären, welche Arten noch betroffen sind. Am 3.8. stand ich um 20:45 am Bahnhof in Drösing/March, Eumodicogryllus und Oecanthus sangen brav aber keine einzige Tettigonia viridissima - vielleicht auch ein Frostopfer?
Bin gespannt auf weitere Erfahrungen.
Thomas

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