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#1

Eichenschrecken,Nachweismethoden und Anfängerglück

in Beobachtungen in Österreich 22.08.2010 22:19
von Liesi • 226 Beiträge

Hallo,
also: gestern beim Heimfahren um halb zwölf durch den Prater hab ich aufgrund eines Geräusches nachgeschaut was dort unter den Bäumen ist und meine ersten Eichenschrecken gefunden !(die Verursacher des komischen Surrens aber wohl nicht ) - ein Männchen auf einem ca.1m hohen Hollerstrauch (aber das bereitet mir jetzt Sorgen) und ein Weibchen mit Flügeln, also ein Mec. thalassinum. (siehe Foto 1) - unter einer Esche im letzten stehengebliebenen Gras ! ?

So und heute geh ich mich im Garten meiner Schwester (NÖ südl. Wien) im Kinderplantschbecken abkühlen, treibt da neben mir plötzlich was hellgrünes - ein Männchen von der Südlichen Eichenschrecke ! (die haben ja wirklich sehr lange Cerci!) - leider schon tot - daher auch das unpassende "Habitat" am Foto auf dem Stein ;)

Jetzt war ich neugierig und bin schnell noch mal rüber in den Prater (ich wohn da gleich) zu der Stelle von gestern Nacht - diesmal mit Taschenlampe und Fotoapparat (aber die Batterie war völlig entladen :O , also wieder nur schreckliche Handyfotos !) Also von wegen "Arboricolität" ;) - ich hab beim nur so kurz Rumleuchten zwei M. meridionale Männchen und ein Weibchen gefunden, aber keine Gewöhnliche mehr - das war auf einem ganz kleinen Fleckchen wo nix höher als 1m war, nur irgendein Cirsium und sehr kleine Robinien und der Holler eben, ca. 2x2m- sonst nix, nur große Eschen und Kastanien und dazwischen kurzgemähter Rasen ??

Jetzt frag ich mich aber, ob die Gewöhnliche Eichenschrecke von gestern auch wirklich eine war - oder gibts eh keine langflügeligen Exemplare von der südlichen und kommen die beiden auch gemeinsam vor ? Außerdem denk ich mir , muß die Dichte der Eichenschrecken ja ziemlich hoch sein, zumindest in Wien u. Umgebung, wer weiß, was da auf den Bäumen los ist !?
Also gleich alle beide so mühelos zu finden hat mich jedenfalls sehr gefreut, ich hoffe, es war nicht nur Anfängerglück und ich seh sie jetzt nicht für die nächsten Jahre nicht mehr !

Fotos: 1 +2 M.thalassinum w, 3 leider ertrunkenes M.meridionale m, 4u.5 M.meridionale m+w

Grüße Liesi

Angefügte Bilder:
Mecmer_m.jpg
Mecmer_m.jpg
Mecmer_w.jpg
Mecthaw.jpg
mecthaw1.jpg
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#2

RE: Eichenschrecken,Nachweismethoden und Anfängerglück

in Beobachtungen in Österreich 22.08.2010 22:27
von Liesi • 226 Beiträge

A propos Nachweismethoden und Anfängerglück :) - das erinnert mich an die Geschichte mit meiner ersten Dornschrecke, die sich mir mehr oder weniger freiwillig zur Verfügung gestellt hat, indem sie sich in der Mittagspause beim Wandern in mein Kletzerljausensackerl begeben hat - wieder daheim die Entdeckung (ich hatte vorher noch nie eine Dornschrecke gesehen) ... Siehe Foto . Ich hab sie dann eingefroren und bestimmt (als Tetrix bipunctata krausii). Das war vor einem Jahr , und seither hab ichs nur 3-4 Dornschrecken überhaupt gesehen und noch nie eine fangen können . Hat übrigens irgendwer einen Tip, wie das am besten geht ?
Also Nachweismethoden gibts viele :)))

Angefügte Bilder:
tetrix_bipunctata.jpg
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#3

RE: Eichenschrecken,Nachweismethoden und Anfängerglück

in Beobachtungen in Österreich 23.08.2010 01:39
von Günther • 2.336 Beiträge

Hi Liesi,

wie ich das mitbekommen hab, ist die Ausprägung der Flügel bei den Eichenschrecken ziemlich konstant - also wenn langflügelig thalassinum, wenn kurzflügelig meridionale. Aber man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege (glaub aber nicht). Syntop kommen die beiden sicher vor.

Zur Dornschrecke (ich steh total auf diese Viecher!;): Vom Habitus hätte ich auch auf T. bipunctata getippt - sehr gedrungene Körpergestalt, kurze Fühler. Weiß nicht, wo Du wandern warst, aber bipunctata steigt meines Wissens am höchsten. Ob die Unterart kraussii oder die Nominatform bipunctata, trau ich mich ob des Bildes auch nicht sagen, da kommt es auf die Hinterflügellänge an. Wenn es aber im Osten Österreichs war, ist kraussii sicher ein guter Tipp (aber trotzdem zu unsicher, um sie (zumindest die Unterart) einzuloggen)..!

Viele Grüße,
Günther


zuletzt bearbeitet 23.08.2010 01:46 | nach oben springen

#4

RE: Eichenschrecken,Nachweismethoden und Anfängerglück

in Beobachtungen in Österreich 23.08.2010 17:11
von Christine • 1.226 Beiträge

Hallo,

also es dürfte doch nicht so wenige Eichenschrecken geben, ich habe gestern auch eine weitere M. meridionale gefunden. (Und das werden ja vermutlich nicht die einzigen in Wien bzw. Kärnten gewesen sein! ;-))
Sie ist einfach so am Waldrand auf Impatiens parviflora gesessen, wo sie vermutlich die Blattläuse verzehrt hat. (Ich glaube, ich habe früher immer in die falsche Richtung - eher auf die Wiese - geschaut.)

Eine M. thalassinum konnte ich noch nicht finden. Dafür aber ebenfalls eine Dornschrecke auf einer Waldlichtung. Ich glaube, es ist eine Tetrix subulata, Säbeldornschrecke. Kann das stimmen?
Habitat war eine Waldlichtung mit Moos, Wachtelweizen und Eierschwammerl.

lg
Christine

Angefügte Bilder:
Schrecken Südl Eichenschrecke Meconema meridionale 22-8-10 C.JPG
Schrecken Südl Eichenschrecke Meconema meridionale 22-8-10 Impatiens parviflora Kleinblüt Springkraut.JPG
Schrecken Tetrix unbest 22-8-10 A.JPG
Schrecken Tetrix unbest 22-8-10 B.JPG
Schrecken Tetrix unbest 22-8-10 Habitat.JPG
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#5

RE: Eichenschrecken,Nachweismethoden und Anfängerglück

in Beobachtungen in Österreich 23.08.2010 20:47
von Günther • 2.336 Beiträge

Ganz recht, T. subulata. Typisch der nur schwach gewölbte, fast gerade Dorn. Aber Vorsicht, es können auch kurzdornige subulatas auftreten sowie eigentlich kurzdornige Arten mit längerem Dorn. U.a. ein Grund, warum die Tetrixen ja so happig sind..

Good Orthopting,
Günther


zuletzt bearbeitet 23.08.2010 20:47 | nach oben springen

#6

RE: Eichenschrecken,Nachweismethoden und Anfängerglück

in Beobachtungen in Österreich 24.08.2010 10:33
von Christine • 1.226 Beiträge

Danke, Günther, für die Erklärung.

lg
Christine

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