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#1

Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 18.08.2010 14:29
von WSW • 1.034 Beiträge

Hallo,

ich hab heute gleich einmal das notwendige Monitoring des Mostviertler S. caerulans-Vorkommens in Wörth/Pöchlarn erledigt .

Ziemlich angestrengte Suche auf der ursprünglichen größeren Auffindungsfläche hat enttäuschende 2 Weibchen ergeben. Inzwischen sind nämlich die größten Büsche auf dieser Fläche (in 1. Linie Salix eleagnos und Buddleja davidii) bereits etwa 2m hoch und damit wird diese Fläche dem Ökoschema der Art leider nicht mehr gerecht.

Allerdings hat man vorne links beim Teichufer vor ca. 2 Jahren kleinflächig die Böschung abgegraben und es ist hier eine kleine Schotterfläche mit jüngerem Pionierstadium entstanden - und dort saßen dann doch einige caerulans. Einzelne Larven waren auch noch unterwegs.

Man kann aber davon ausgehen, dass es wie seinerzeit bei Aiolopus in Loosdorf eine temporäre Sache ist und caerulans in 2 Jahren Geschichte sein wird.

Ein Weibchen:



Ein Männchen



Und da hab ich noch eine fotografiert, wo ich auch erst zu Hause mit dieser markanten Stufe eine caerulescens realisiert habe. Diese Art war in den letzten jahren nämlich kaum syntop auf der Fläche, sondern höchstens in Randbereich. Man muss also tatsächlich genau schauen...



Und von den sonstigen Beobachtungen noch was für´s Auge: Kleiner Schilterfalter 2. Generation.
Normalform:



Und Rotschiller-Form:



VG Wolfgang

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#2

RE: Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 19.08.2010 08:35
von WSW • 1.034 Beiträge

SphingonotIs - Blezinn ! SphingonotUs soll es natürlich heißen...

Aber in diesem Forums-Format kann man später nicht mehr editieren.
Übrigens: Der beste Fund war mein Handy, das mir beim Heuschreckenfotografieren aus der Hemdbrusttasche gerutscht war. 3 Stunden später habe ich es tatsächlich auf der 2ha großen, stark bewachsenen Fläche unter einem Buddleja-Zweig hervorblitzen gesehen, unglaublich.

VG Wolfgang

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#3

RE: Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 19.08.2010 08:57
von Günther • 2.336 Beiträge

Hallo Wolfgang,

das Editieren sollte jetzt bis 1 Woche nach dem Schreiben eines Beitrages möglich sein.

Schöner Fund, Deine caerulans! Aber wieder einmal sehe ich, dass dieses Stiernacken-Merkmal (zumindest ohne Vergleich) im Freiland nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist - außer natürlich, man ist extrem gut eingeschaut...

LG,
Günther

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#4

RE: Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 19.08.2010 11:05
von WSW • 1.034 Beiträge

Es ist in etwa so wie bei den Heidelibellen - mit etwas Erfahrung dürfte es überhaupt kein Problem mehr sein. Um den Nacken-Unterschied deutlicher zu sehen, müsste man die Tiere schön lateral knipsen, was unter Freilandbedingungen natürlich ziemlich schwierig ist (was sich der Baggerfahrer im Hintergrund bei meiner Körperhaltung gedacht hat, war mir dabei weitgehend wurscht , Handys sollte man jedenfalls in verschlossenen Taschen aufbewahren).

Aber an sich merkt man schon die untersetzten Körperproportionen und die rel. kürzeren Flügel bei der caerulescens, nur war ich halt in diesem Fall voreingenommen, dachte, hier können nur caerulans sein.

Was man auch sieht: Ohne meine Bilder loben zu wollen (es geht sicher noch besser), sobald man sich eine Superwaffe als Kamera besorgt hat, könnte man sämtliche alte Aufnahmen getrost wegwerfen.
Ein Jammer, diese wunderbare Aufnahme vom pullus-Männchen, und wie lange habe ich damals gekämpft für dieses Foto, bis er endlich so sitzengeblieben ist und die rote Schiene gezeigt hat. Und nun aus heutiger Sicht diese besch....eidene Auflösung damals mit der coolpix 995

VG Wolfgang

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#5

RE: Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 19.08.2010 21:18
von Christine • 1.226 Beiträge

Hallo,

das mit dem verlorenen Handy kann ich gut nachvollziehen, hatte ich voriges Jahr auch einmal.
War aber dann doch schon vorher im Auto rausgefallen!!!
Über die mindestens 30 "Anrufe in Abwesenheit" zum Suchen im Gelände haben wir uns anschließend sehr amüsiert. (Leider kann ich den vor einigen Tagen im Wald verlorenen Objektivdeckel von meiner Kamera nicht anrufen, werde aber bei meiner Zerstreutheit vorsichtshalber gleich eine Zehnerpackung nachbestellen, da mir das sicher noch öfter passieren wird. ;-)

Über das Problem Oedipoda oder Shingonotus denke ich hier bei uns auch nach, habe aber immer nur Tiere mit der deutlichen Stufe gefunden. Weil es jetzt in der letzten Zeit aber nur mehr gewaltig von diesen Blaugeflügelten schwirrt (auf 1 m² sicher mindestens 5 bis 10 Tiere), hab ich das genaue Nachschauen aufgegeben. (Foto von einem unlängst inspizierten Exemplar füge ich am Ende ein. Wie das im Fließtext geht, was Günther so schön macht, weiß ich nicht.)

Ich weiß gar nicht, ob ich bei uns in Pörtschach mit Shingonotus rechnen muss?

lg
Christine

Angefügte Bilder:
Schrecken Oedipoda caerulescens 7-8-10 B1.JPG
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#6

RE: Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 20.08.2010 21:51
von Thomas Z-K • 738 Beiträge

Hallo Christine!

In Kärnten ist die Sphingonotus noch am nähesten ihrem ursprünglichen Habitat - nämlich den ausgedehnten Schotterfluren möglichst unverbauter Alpenbäche und -flüsse, v. a. im Drau- und Gailtal. Auf den Ruderalstandorten, Bahnschottern, Waldschlägen und ähnlichen findest Du bei Dir im Süden wahrscheinlich nur die Oedipoda caerulescens. In Ostösterreich sind die Sphingonoten hingegen inzwischen großteils nur mehr in Sand- und Schottergruben zu finden.

Liebe Grüße
Thomas

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#7

RE: Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 01.09.2010 13:52
von hospiton • 2.720 Beiträge

Zum Thema Verlorenes wiederfinden (Wolfgang:"...Übrigens: Der beste Fund war mein Handy, das mir beim Heuschreckenfotografieren aus der Hemdbrusttasche gerutscht war..."): Ich habe heute, nach inzwischen 4 erfolglosen Such-Mittagspausen, meine (originalverpackte) Speicherkarte, die ich am 20.8. vor lauter Freude über den ersten Ruspolia-Fund im Tullnerfeld verloren habe, wiedergefunden, auf einem Damm, inzwischen wieder hochrasiger und auf einem anschliessendem Hochstaudenfeld, alles in allem sind ca. 500 m² in Frage gekommen...! Gleichzeitig sah ich auch (->@offtopic WSW) meine erste Sympetrum pedemontanum (gebänderte Heidelibelle), falls es da keine Arten zum Verwechseln gibt!

Also, so oder so, suchen lohnt sich in jedem Fall!

Werner

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#8

RE: Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 01.09.2010 21:31
von WSW • 1.034 Beiträge

Gratuliere aufrichtig !
WS

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#9

RE: Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 17.09.2011 16:24
von WSW • 1.034 Beiträge

Ich habe heuer erstmals am Mostviertler Sphingonotus caerulans-Vorkommen nachgesehen.
Die ehemalige Fundstelle ist nun zum Teil bereits weggebaggert.

Das hier ist der letzte Mohikaner, der am vorjährigen kleinen Ausweichplatz noch zwischen mehreren Oedipoda caerulescens saß. Schade, aber das ist eben der Lauf der Zeit. Auch die Tetrix-Plätze wurden inzwischen großteils verwüstet. Ich hab einiges abgesucht, aber keine einzige gefunden.

VG Wolfgang

Angefügte Bilder:
caerulans.jpg

zuletzt bearbeitet 17.09.2011 16:25 | nach oben springen

#10

RE: Mostviertler Sphingonotis

in Beobachtungen in Österreich 02.09.2012 13:29
von WSW • 1.034 Beiträge

Hallo!

Wir sind jetzt im Herbst angekommen und programmgemäß hat es mich am letzten Tag, an dem ich noch Herr meiner Entscheidungen bin, zu den Lasselsberger Teichen gezogen. Warum, kann ich auch nicht genau sagen, denn vogelmäßig ist dort kaum mehr was Besonderes zu holen. Der Störungsdruck während der Badesaison von Mai bis August/September muss wirklich enorm sein, nach den Spuren zu schließen (Bier-, Champagnerflaschen, nicht abtransportierte gefüllte Müllsäcke, Feuerstellen, Trampelpfade, Lagerplätze...). Trotzdem schwimmen einige diesjährige Haubentaucher herum und die Zahl der Tafelenten ist bereits auf knapp 50 gestiegen.

Durch den Kiesabbau wurde der Randbereich des Sandschrecken-Vorkommens tw. planiert und wieder mehr in einen Pionierzustand versetzt und siehe da - ich konnte tatsächlich in dieser Zone 4 Weibchen entdecken! Doch noch nicht ausgestorben ...

Auf Grund der ausbleibenden Wasservogelraritäten und Möwen (der Kompost ist jetzt ganz weg) habe ich dann am Nordufer noch Heuschrecken geschaut. Die dortige Feuchtbrache mit Schlammlacken ist letztes Frühjahr auflagengemäß aufgeforstet worden. Klar, je 1ha Kirschenwald und Hybridpappelwald ist schon deutlich besser als ein Schafstelzenbrutplatz, Hoffnungsgebiet für Zwergschnepfen oder Fichtenammer, Fundplatz für C. germanica etc. etc. Und meine Schule hat noch tatkräftig mitgeholfen dabei.

Chorthippus albomarginatus und M. parapleurus habe ich auch letztes Jahr dort gefunden. Zur Zeit sind sie dort noch leicht zu finden, wird aber nicht mehr lange dauern. Weitere Arten waren je 1 T. tenuicornis und Ch. biguttulus. Immerhin haben sich daneben noch 1M Gartenrotschwanz und mehrere Trauerschnäpper aufgehalten.

VG Wolfgang

Angefügte Bilder:
caerulans.jpg
gartenrotschwanz.jpg
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