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#1

Hutweide Mannersdorf am Leithagebirge

in Exkursionsberichte 09.09.2011 09:47
von Thomas Z-K • 738 Beiträge

Ich mache seit einigen Jahren Weiterbildungsveranstaltungen für Bauern, die auf ihren Wiesen und Äckern geförderte Naturschutzmaßnahmen umsetzen. Schwerpunkte waren meistens Vögel & Botanik, gestern habe ich zusammen mit Julia Kelemen erstmals eine Veranstaltung nur zum Thema "Heuschrecken und Gründlandbewirtschaftung" gemacht. Exkursionsgebiet ist die Hutweide Mannersdorf, ein nur wenigen bekannte außergewöhnliche Wiesenlandschaft zwischen Mannersdorf und der Leitha mit einem Ausmaß von 100 ha!



Die Wiesen reichen von sehr feucht (im Süden und Nordwesten) bis sehr schön mager & wechseltrocken, ein Teil (etwa bei "bruck" auf der Karte) ist extensiv beweidet. Für Ornis gibts dort als Brutvögel Neuntöter, Wachtelkönig. Tüpfelsumpfhuhn, Bekassine und anderes. Heuschreckenkundlich war dort schon lange niemand mehr, wir waren sehr gespannt. Leider war das Wetter absolut unmöglich, starker Wind und null Sonnenschein. 15 Bauern waren dabei und fast alle davon waren vier Stunden voll dabei - wir waren ziemlich verblüfft! Heuschrecken sind einfach super zum Herzeigen!



Der Star war Zwerg-Grashüpfer Stenobothrus crassipes, den wir in einer guten Population fanden, hier je ein Exemplar in der Dose und auf der Hand:


Es war dort auch sehr anschaulich zu zeigen, wie arten- und individuenarm eine gedüngte Fettwiese (5 Arten, ohne gefährdete) gegen die extensive Rinderweide (12 Arten, 6 auf Roter Liste) und extensive ungedüngte Mähwiesen (10 Arten, 3 gefährdete) abschneidet, bei gleicher Lage (alles nebeneinander). Spannend auch wie auf der Hutweide unmittelbar nebeneinander Ruspolia mit Omocestus haemorrhoidalis und rufipes vorkommen. Wie es dann schon ziemlich kühl war haben wir auch noch eine sehr extensive seggenreiche Feuchtwiese angeschaut (die Reinthal-Sutte ganz im Süden), wo auch einige Charakterarten zu finden waren (im Juni singt dort übrigens Isophya costata). Neu für die ganze Gegend ist die Lauchschrecke und die Südliche Eichenschrecke, insgesamt fanden die Bauern & wir 17 Arten:



Sollte man viel öfter machen, diese Heuschrecken sind echte Eisbrecher im Naturschutz!

Liebe Grüße
Thomas

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#2

RE: Hutweide Mannersdorf am Leithagebirge

in Exkursionsberichte 09.09.2011 22:42
von Markus S. • 436 Beiträge

Hallo Thomas!

Super Sache. Finde ich wirklich genial. Ist mir auch schon aufgefallen, dass man selbst die weitgehend "Naturfernen" sehr schnell für die eine oder andere Heuschreckenart begeistern kann. Ich kanns mir aber nicht wirklich erklären warum das so ist. Vielleicht weil der Flip von der Biene Maya so eine prägende Rolle hatte...Man(ich) weiß es nicht

Viele Grüße, Markus


zuletzt bearbeitet 09.09.2011 22:44 | nach oben springen

#3

RE: Hutweide Mannersdorf am Leithagebirge

in Exkursionsberichte 15.09.2011 07:58
von BrigitteHab • 53 Beiträge

Hallo Thomas!
Ich mache seit einigen jahren immer einen Teil meiner NP Infoveranstaltungen zum Thema Heuschrecken. Kommt grundsätzlich auch gut an. ich habe aber auch schon Personen dabei gehabt, die sich ein bisserl geekelt haben. Und man kann auch des öfteren hören, "zu was brauch ma die Viehcher". Habe auch schon öfter was über Vögel erzählt, da hat sich noch keiner getraut so eine Frage zu stellen. Ich glaube auch, dass es bei den Leuten das Interesse da ist, weil es wirklich was ganz Neues ist, mit dem man sich noch nie beschäftigt hat. Das allerbeste wären aber glaube ich Schmetterlinge, da wird regelmäßig nachgefragt.....
LG Brigitte

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