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#31

RE: Heuschrecken in den Südalpen Kärntens und Italiens

in Exkursionsberichte 20.09.2012 21:41
von Florin Rut • 269 Beiträge

Hallo

Habe die hübsche Poecilimon gracilis erst eben gesehen. Farben sind bei den Buntschrecken meist sehr variabel und ein unheimlich unzuverlässiger Indikator. Immerhin gehört Poecilimon gracilis auch zur ornatus/affinis-Gruppe, die alles andere als einfach ist - das macht das Orthopterologen-Leben aber auch interessant!

Typisch für P. gracilis ist das stark aufgeworfene Halsschild (kann ornatus auch haben, meist aber schwächer), der von oben betrachtet wenig trichterförmig erweitert ist und eine V-Form über den Flügeln aufweist. Der für die Gruppe schlanke Habitus ist aber fast das beste Erkennungsmerkmal - eben gracilis!
Auch der Gesang unterscheidet sich sehr deutlich von den anderen Vertreter der Gruppe. Die Art ist in der Gruppe am deutlichsten unterscheidbar und nimmt vermutlich in der Phylogenie der Gruppe einen Ausgangsposition ein.

Der Ch. dorsatus sieht für mich auch nach einem solchen aus.

Grüsse
Florin

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#32

RE: Heuschrecken in den Südalpen Kärntens und Italiens

in Exkursionsberichte 07.10.2012 11:29
von Toni • 490 Beiträge

Hallo Christine und Kollegen!

1. Isophya brevicauda-Weibchen geht in Ordnung. Ch. dorsatus würde ich für die Dateneingabe weglassen.
2. Wie Wolfgang Schweighofer schon richtig sag bezüglich A. difformis:
Es müssen süd-, west- oder zumindest südostexponierte Hänge sein.
Ich fand die Art in grusigen Schuttrinnen oder am Oberhan von Schuttfächern zwischen Erica-Bewuchs.

LG, Toni

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#33

RE: Heuschrecken in den Südalpen Kärntens und Italiens

in Exkursionsberichte 17.10.2012 21:02
von Christine • 1.226 Beiträge

Hallo!

Hatte zuletzt wenig Muße, aber jetzt muss ich mich wieder einmal melden.
@Florin, danke für die genaue Erklärung!
@Toni, danke für die Bestätigung von I. brevicauda, aber den vermeintlichen dorsatus werde ich dann wohl schweren Herzens weglassen müssen. *seufz*

Möchte euch von meinen weiteren Karawankenexpeditionen berichten:
Am 9. Oktober machte ich bei strahlendem Wetter eine Wanderung zur Gelben Wand südwestlich von Rosenbach, wie von Wolfgang empfohlen.
Hab wohl schon im September einmal probiert, dorthin zu kommen, ich konnte aber von den zwei Tälern, die sich am Anfang des Karawankentunnels verzweigen, nicht in das richtige gelangen, weil ein breiter Bach die Straße querte und ich ohne Gummistiefel nicht trockenen Fußes drüberkam. Diesmal hatte ich welche an. Und die waren mir später auch noch nützlich, weil hier die Bäche mehrmals den Weg kreuzen!

Die Gelbe Wand erreicht man nach einer eineinhalbstündigen Wanderung, sie ist südöstlich exponiert, sehr steil und nicht besonders hoch. Im oberen Bereich gibt es etwas Vegetation. Im Norden erhebt sich mit einem Knick ein sanfterer Gegenhang mit üppigem Heidekraut. Am Fuß des Schuttstroms verläuft ein großzügig verbreiterter Forstweg. Außer ein paar G. rufus und Ph. griseoaptera habe ich dort nichts gesehen oder gehört.









Hinaufsteigen auf den Schuttstrom war mit den Gummistiefeln unmöglich und es wäre auch sinnlos gewesen, da phänologisch für A. difformis und Ch. alticola schon zu spät.
Aber vielleicht nächstes Jahr? Oder ist der Hang zu klein? Nehme gerne neue Anweisungen von euch Experten entgegen!

Und darf ich gleich hier weiterfragen, ich möchte keinen Auslandsthread eröffnen, wegen einem einzelnen Heuschreck, den ich bei einem verregneten Ausflug ins Sočatal in Slowenien gefunden habe. Beim Stopp in Kobarid kam kurz die Sonne heraus und ich nutzte die Gelegenheit. Habitat war eine üppige Wiese.
Es ist ein geradkieliges Viech mit Chorthippus-Ausbuchtung, aber ich denke, eher kein parallelus und kein dorsatus, montanus vielleicht?






lg
Christine


zuletzt bearbeitet 19.10.2012 10:00 | nach oben springen

#34

RE: Heuschrecken in den Südalpen Kärntens und Italiens

in Exkursionsberichte 17.10.2012 21:48
von WSW • 1.034 Beiträge

Auf GE hat der Bewuchs von der Gelben Wand besser ausgesehen. Die Tiere werden natürlich auch etwas zu knabbern brauchen. Folglich sieht das Habitat dort nicht so gut aus. Die Größe ist sicherlich für ein Vorkommen ausreichend, es kann nicht jeder Schuttstrom so groß sein wie im Bärental.
Nicht ausgeschlossen, dass die Art ja doch irgendwo im Gebiet vorkommt, aber allzu leicht zu finden ist der rammei auch in den Karawanken nicht, die Hauptverantwortung liegt ganz klar bei Slowenien mit seinen riesigen Südhängen.

Ich werde möglicherweise nächstes Jahr wieder unten sein, denn für ein mögliches paper möchte ich mir doch noch die "Zwischenformen" Nadigs im italienischen Grenzbereich ansehen...

VG Wolfgang

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#35

RE: Heuschrecken in den Südalpen Kärntens und Italiens

in Exkursionsberichte 17.10.2012 22:16
von hospiton • 2.720 Beiträge

Hallo Christine!

Nachsatz zu Deiner Soca-Schrecke: das Chorthippus Weibchen ist trügerisch - sieht am ersten Blick wirklich einem montanus ähnlich, die Tatsache, dass die Knie eigentlich sehr hell sind und die Legeröhrenklappen kurz führt zu Ch. dorsatus in kontrastreicher Färbung.

LG

Werner


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#36

RE: Heuschrecken in den Südalpen Kärntens und Italiens

in Exkursionsberichte 19.10.2012 10:04
von Christine • 1.226 Beiträge

Ok, danke euch beiden!

@Wolfgang, wenn du meinst, dass es sich eventuell auszahlt, werde ich nächstes Jahr im September hinschauen, auch wenn die Erreichbarkeit für "Mit dem Auto so nahe wie möglich-Hinfahrer" ein Horror ist!

lg
Christine


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#37

RE: Heuschrecken in den Südalpen Kärntens und Italiens

in Exkursionsberichte 19.10.2012 15:17
von Toni • 490 Beiträge

Hallo Christine!


Chorthippus dorsatus. Da stimme ich Werner zu.

Antaxius difformis:
Antaxius difformis findest du in sonnigen (südwest- bis südostexponnierten) strukturreichen Schuttrinnen mit Erica-Bewuchs, weniger in trockenen Schutthalden oder Schuttfächern. Ein wenig Feuchtigkeit braucht die Art vermutlich auch- Feuchtigkeit bieten die zumindest unterirdisch wasserführenden Rinnen auf jeden Fall.


LG, Toni


zuletzt bearbeitet 19.10.2012 15:18 | nach oben springen


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