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#1

Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.10.2013 00:04
von Christine • 1.226 Beiträge

Hallo!

Habe heute bei meinem Besuch im Burgenland in Großpetersdorf auf einer Gstättn diese Grillenlarve gefunden. Nachdem sie keine unterseits roten Hinterschenkel hatte und stark behaart war, denke ich, es ist keine Feldgrille! Aber was dann?




Am besten gefallen hätte mir Modicogryllus frontalis, leider sieht man auf meinen Fotos die Stirnpartie nicht gut. Aber an einer Larve wage ich auf eine Bestimmung kaum zu hoffen!

Sehr häufig war dort Chorthippus dorsatus, es war auch der einzige Gesang, der im höheren Gras zu hören war:


Auf einem frisch abgegrabenen Hang in der Nähe fand ich eine einzelne Oedipoda caerulescens und einige singende Ch. brunneus:




Und eine Gottesanbeterin, die gerade einen Heuschreck verspeiste, vermutlich ein Ch. brunneus Weibchen:
https://www.youtube.com/watch?v=wi64WiZu80Q


Dafür, dass ich nur eine halbe Stunde Zeit hatte, waren es immerhin 5 Arten. Bin gespannt, was ihr zur Grille sagt!


lg

Christine


zuletzt bearbeitet 27.10.2013 00:08 | nach oben springen

#2

RE: Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.10.2013 07:04
von Günther • 2.336 Beiträge

Hi Christine,

bei Grillenaussagen meinerseits muss man immer vorsichtig sein... Mein erster Gedanke war Feldgrille ohne rote Schenkel - von denen sind die Larven durchaus auch behaart. Aber das fehlende Rot ist schon merkwürdig. Der Knackpunkt ist, dass das Tier in Relation zu Deinen Fingern viel zu klein ist für eine Feldgrille in einem so späten Larvenstadium. M. frontalis kenn ich als Larven zufällig ganz gut aus der Lobau, die ist es bestimmt nicht, ebenso wenig Eu. bordigalensis. Demnach bin ich mir ziemlich sicher, dass Du da eine Steppengrille (Melanogryllus desertus) erwischt hast.

LG,
Günther

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#3

RE: Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.10.2013 07:25
von Christine • 1.226 Beiträge

Hallo Günter!

Danke dir, das würde mich sehr freuen! Was mich wundert ist, dass das Habitat wenige m² groß war, zwischen intensiv bewirtschafteten Wiesen, Feldern und Gärten. Bahn gibt es dort auch keine.
edit: Wenige km weiter westlich aus der Umgebung Kemeten gäbe es laut Ostösterreich-Atlas einen aktuellen Fundpunkt! Und eine Bahn fährt dort doch, ist mir nur nicht aufgefallen. Und ca. 1 km entfernt gibt es sogar eine interessante Sandgrube neben der Straße nach Oberwart, wo wir aber gestern leider nicht mehr stehen geblieben sind, weil es schon dämmerig wurde.

Die Fortbewegungsweise erschien mir anders als bei der Feldgrille, die läuft ja eher nur am Boden dahin, dieses Tier machte aber weite Hüpfer!

lg
Christine


zuletzt bearbeitet 27.10.2013 09:23 | nach oben springen

#4

RE: Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.10.2013 08:13
von Maria Z • 1.529 Beiträge

Hallo Christine,

@ Die Fortbewegungsweise erschien mir anders als bei der Feldgrille, die läuft ja eher nur am Boden dahin, dieses Tier machte aber weite Hüpfer!

als ich vor ca 14 Tage auf der Giesshübler Heide war, waren an diesem sonnigen Tag enorm viele Feldgrillenlarven heraussen (s Beitrag Herbst 2013), und zwar in einem Teil der Heide, der sehr Kurzrasig ist und viele offene Bodenstellen aufweist, die Dichte an Individuen aber so hoch war dass Gefahr bestand, dass man auf welche drauftritt.
Dort hab ich erstmals gesehen, dass sie weghüpften, da sie keine Deckung hatten und zu weit vom Loch entfern waren - hatte mich darüber gewundert...die machen das also auch.

LG Maria


zuletzt bearbeitet 27.10.2013 08:13 | nach oben springen

#5

RE: Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.10.2013 09:22
von Christine • 1.226 Beiträge

Ja, hast recht, Maria,
wäre auch ein Wunder gewesen, wenn die Feldgrillen nicht auch hüpfen können, aber das meiste, was ich von denen gesehen habe, ist ein im Loch verschwindendes schwarzes Hinterteil!

Falls das wer noch rechtzeitig liest: hat jemand einen Vorschlag für eine leichte Almtour für heute? Das Wetter ist noch herrlich! Hab mir gedacht, Koschuta oder Kosiak, dort wo sowohl M. irena als auch carinthiaca vorkommen könnten. Bei stundenlangem Wandern streikt allerdings mein Mann und ich bin auch nicht grad der große Tourengeher!

lg
Christine


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#6

RE: Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.10.2013 09:32
von hospiton • 2.720 Beiträge

Hallo!

@ Günther: gratuliere zu Deinem Spürsinn! - ich habe im ersten Moment auch das Merkmal "rote Schenkel" in Frage stellen wollen, das mit der Größe wäre mir gar nicht so schnell aufgefallen!
@ Christine: gratuliere Dir daher zu dem Fund und danke für die Vervollständigung unserer Larvenkenntnisse!!

Bzgl. Almen kann ich Dir zumindest nicht wirklich weiterhelfen, schon gar nicht im Süden...

LG

Werner


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#7

RE: Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.10.2013 09:39
von Christine • 1.226 Beiträge

Danke dir, Werner!

Dann nehme ich die Steppengrille mal als 73 1/2, die zweite Hälfte hole ich mir nächstes Jahr. Obwohl: der Wolfgang sagt immer: "Ist ja dieselbe DNA!"

Wir haben uns grad für die Koschuta entschieden, vielleicht finde ich ja noch was!

lg
Christine


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#8

RE: Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.10.2013 20:40
von Christine • 1.226 Beiträge

Hallo!

Also, wir waren auf der Koschuta, das Wetter war rundherum strahlend!







Aber oben beim Koschutahaus (hinter diesem malerischen Hügel unterhalb der Schutthänge gelegen) drückte eine Wolke vom Süden herüber und vernebelte die Sonne, es war sehr stürmisch und die Alm lag im Schatten. Aber es handelte sich hier nicht um eine Alm im herkömmlichen Sinn mit Vaccinium und Erica, die waren schon auch - spärlich - vertreten, aber dominant war das Farnkraut!





Keinerlei Heuschrecken, Miramella schon gar nicht, dann konnte ich, als die Sturmböen kurz pausierten, ein Geräusch hören, daheim hätte ich sofort griseoaptera gesagt, aber so weit oben? Hab lange gesucht und zumindest ein Tier sehen, wenn schon nicht fotografieren, können: es war eindeutig griseoaptera!

Keine große Ausbeute, aber die Gegend war sehr schön!


lg

Christine


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#9

RE: Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.07.2018 16:14
von Christine • 1.226 Beiträge

Hallo,

vor ein paar Tagen war ich wieder in Großpetersdorf, wo ich im Oktober 2013 (siehe unten) eine Steppengrillenlarve gefunden habe. Obwohl jetzt die beste Grillenzeit ist, hab ich auf der Gstättn, wo sie damals war, keine gehört, allerdings bei einer nahegelegenen Bahnstrecke.



Die Tiere sangen (in der Mittagshitze) immer nur kurz, mit langen Abständen zwischen den Strophen, dazu gab es noch viele Störgeräusche, Autos, Stimmen, Rasenmäher. Ich hänge zwei Aufnahmen an, kann man da was Näheres sagen? (Auf der Böschung dahinter gab es an nicht Alltäglichem Chrysochraon dispar und Conocephalus fuscus.)

In der Nähe war eine schöne, verwildernde Sandgrube, wo ich meine ersten Bienenfresser gesehen habe!

Grillen gab es dort, allerdings nur Sumpfgrillen, glaube ich, es war auch überall das ätherische Surren zu hören, ein Weibchen konnte ich erwischen.





Eine tote Hummel lag herum, roter Hintern, aber nicht so wie die Steinhummel.? Wollte sie für Maria mitnehmen, hab sie aber irgendwo verloren.





LG
Christine


Dateianlage:

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#10

RE: Grille aus dem Burgenland

in Bestimmungsfragen 27.07.2018 18:40
von Günther • 2.336 Beiträge

Hallo nochmal!

Ja, das klingt am ehesten nach Steppengrille - auf den ersten Hinhörer dachte ich kurz gar an eine Goldammer:-)

Die Sandgrube schaut ja toll aus - und sie duftet nach Xya! Und vielleicht sogar nach ceperoi;-)

Als beste Grillenzeit würde ich jedoch fast eher Mai und Juni bezeichnen - wobei das natürlich nicht für alle Grillenarten gilt...

LG,
Günther

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