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Exkursion nach Cres und Umgebung
in Exkursionsberichte 18.07.2026 22:57von Günther • 2.402 Beiträge
Liebes Forum,
letzte Woche waren Markus und ich seit 8 Jahren mal wieder zusammen heuschreckenkundlich unterwegs (hoffentlich nicht das letzte Mal!), mit Basis auf der kroatischen Insel Cres. Sie ist quasi Markus‘ mediterranes Wohnzimmer, da er im Gegensatz zu mir (noch nie) schon oft dort war.
Gleich vorweg zur Aussprache dieser Insel: Man spricht sie – entgegen unserer Gewohnheit – nicht „Tsrees“ aus und auch nicht „Kress“, wie es die deutsche Belegschaft gerne tut (auf der Fähre selbst miterlebt;). Sondern „Tsress“!
Am Anreisetag (Montag) legten wir zunächst einen Stopp in Slowenien ein, da es ein großer Wunsch war, die seltene Zeuneriana marmorata zu sehen und zu fotografieren. Die bemerkenswerte Langfühler-Gattung Zeuneriana ist im Ansatz sowas wie das Tiefland-Pendant zur Kurzfühler-Gattung Podismopsis. Die vier Arten der Gattung kommen völlig isoliert zwischen den Pyrenäen und dem Balkan vor, wobei die optisch beeindruckendste wohl die Pyrenäen-Art Zeuneriana abbreviata ist, die braun mit grünen Flügeln daherkommt. Die anderen drei sind sich äußerlich sehr ähnlich. Die aufgesuchte Lokalität von Zeuneriana marmorata liegt südlich von Ljubljana in einem Niedermoor-/Feuchtwiesen-Rest (hier erst 2004 entdeckt), der noch vor wenigen Jahrzehnten deutlich ausgedehnter war – laut Internet wurden damals große Teile in Getreidefelder umgewandelt (wie immer) und es gibt ein Schutzprojekt, das sich der dort verbliebenen Population annimmt. Näheres wissen wir dazu allerdings nicht.
Der laute Gesang, den wir schon durch das offene Autofenster auf der Strecke kurz vor unserem Zielpunkt hören konnten, hat uns an eine Mischung aus Decticus verrucivorus und Pholidoptera aptera erinnert. Die Tiere waren punktuell wirklich häufig und man war während der Fotoversuche überall davon umgeben. Aber in-situ waren diese Teile praktisch unmöglich zu knipsen. Sie sitzen irgendwo in der unteren Grasschicht und lassen sich – sollte man mal das unsägliche Glück haben, kurz eine zu erblicken – umgehend fallen und verschwinden wie von Zauberhand in der Grasnarbe. Nur mit viel Glück und dank Markus’ Erfindungsreichtum konnten wir ein Exemplar halbwegs ablichten. Ein wirklich tolles Tier! Das uns aber in der sengenden Mittagshitze buchstäblich zur Weißglut gebracht hat…


Begleitarten waren hier Pseudochorthippus paralleus, Chorthippus dorsatus, Ruspolia nitidula, Mecostethus parapleurus, Stethophyma grossum, Roeseliana roeselii, Pezotettix giornae, Pteronemobius heydenii, Micropodisma salamandra, Chrysochraon dispar und Tettigonia viridissima.
Dann ging es weiter nach Cres (Tsress;-), wo wir kurz bei einer Anhöhe neben der Straße stehenblieben, die nach Markus‘ Kenntnis einer der Schrecken-Hotspots auf der Insel ist und uns einige Arten bescherte, die wir danach nicht wieder sehen sollten (u. a. Arcyptera brevipennis, Stenobothrus fischeri und Barbitistes yersini).
Der erste vollständige Tag (Dienstag) führte uns auf Cres Richtung Süden nach Osor, mit einer Flussmündung als Hauptziel:
Wie wir erst am Abend herausfanden, kam es hier im letzten Jahrzehnt zum kroatischen Erstnachweis der Fluss-Strandschrecke (Epacromius tergestinus tergestinus). So wurde unsere Hoffnung, einen Erstnachweis für die Kvarner Bucht getätigt zu haben, zwar zerschlagen, aber dennoch war es für uns eine neue Heuschreckenart und wir waren äußerst beglückt! Auch grüne Weibchen waren dabei, insgesamt konnten wir hier ca. 20–25 Tiere finden.
Grünes Weibchen von Epacromius tergestinus tergestinus bei Osor (in Österreich war es einst die Unterart E. t. ponticus, leider ist sie ja nicht mehr...).
Suchbild mit drei Individuen
Am Nachmittag wollten wir nahe Osor zu zwei Binnengewässern wandern, was wir auch getan haben. Der lange und äußerst schweißtreibende Marsch durch zikadengeschwängerte (fast hätte ich geschrieben zikadenverseuchte) Pinienwälder war allerdings nicht von großem Erfolg gekrönt, da die beiden Gewässer nicht wirklich erreichbar und zudem nicht so schön waren, wie es das Luftbild suggiert hat. Aber was soll’s – es ist des, wos is, und eben nicht jede Unternehmung funktionert nach Plan. Die Wanderung hatte trotzdem was!


Cerambyx miles
Schließlich waren wir noch auf einigen steingen Weiden im Hinterland von Cres unterwegs, mit diversen weiteren schönen Beobachtungen. Highlight war hier wohl eine Schwarze Witwe, die sich über eine Kreuzschrecke hermachte – auf diesen Flächen die häufigste Heuschreckenart, noch vor Calliptamus italicus.
Auf WhatsApp wurde ich gefragt: „Wer frisst hier wen??“ Man könnte es eventuell erahnen… ;-)
Der dritte Tag hatte es dann in sich – wir sind mit der Fähre wieder an die Ostküste Istriens und weiter zum Naturpark Učka gefahren, wo wir von der Existenz der Balkan-Bergschrecke (Psorodonotus illyricus) wussten. Wer diese Art vom Durchblättern des Bellmann kennt, kann einfach nicht anders, als davon zu träumen, sie auch mal live zu sehen. Auf der Fahrt dorthin südöstlich der Ortschaft Vozilići dann plötzlich der Ausruf „Schau, endlich amoi a normale Wiesn, bleib ma da kurz stehen!“ Von wegen „kurz“ – die Stelle entpuppte sich als wahre Perle! Eine Mähwiese, eine leicht feuchte Strauch- und Krautflur, ein verbuschender Halbtrockenrasen und ein gut strukturierter Waldrand auf engstem Raum – was will man mehr? 18 Arten konnten wir hier auf recht kleiner Fläche finden, darunter mehrere für uns neue. Das reinste Strauchschrecken-Paradies! 

Pholidoptera femorata – ohne nennenswerte Werner’sche „Blindschleichenfärbung“ an den Seitenlappensäumen und mit kurzen, zweifärbigen Flügeln. Im Gegensatz zu:
Pholidoptera littoralis – mit Werner’scher „Blindschleichenfärbung“ an den Seitenlappensäumen und mit langen, weitgehend einfarbigen Flügeln
Eupholidoptera schmidti: Doppeltes Vergnügen: Futtern und Befruchtetwerden;) Stammen die Samenpakete jetzt von zwei Männchen?? Äußerst effizient, vielleicht zieht die Orangefärbung bei den Männchen ganz besonders…
Unsere erste sichere Odontopodisma fallax – denn:
Laut Harz (1975) schließt die dreilappige Subgenitalplatte Odontopodisma decipiens aus.
Wunderschönes Männchen von Leptophyes laticauda
Markus‘ erste Barbitistes ocskayi
– wohl eine der beeindruckendsten Langfühlerarten Europas
Suchbild (grüne Laangfühlerschrecke)
Auflösung:
Acrometopa macropoda
Gegen Mittag konnten wir uns endlich von hier losreißen und fuhren zur Ortschaft Vela Učka weiter. Von hier ging es zu Fuß Richtung Süden in den Naturpark bis auf eine Seehöhe von etwa 1.050 m. Schon am Startpunkt im Ort waren tolle Arten zu sehen, richtig los ging es dann aber nach einer längeren Strecke durch lichte Wälder ab ca. 1.000 m (wo wir zwei überfahrene subaulte Vierstreifennattern beklagen mussten). Auf einer sehr extensiven Weide mit u. a. Wacholderbüschen stach uns Eupholidoptera-änlicher, synchroner Gesang von drei Heuschrecken ins Ohr, und nach kurzer Suche hatten wir die Urheber:
Was für ein Tier!!! Allein die Färbung von Psorodonotus illyricus an Pronotum und Flügeln ist neben der schieren Körpergröße die absolute Wucht – und kein Wunder, dass sie mit ihren langen Schuppenflügeln sehr laute Geräusche produziert. Sitzen da einfach so in den Disteln rum, des glaubst jo ned…
Habitat von u. a. Psorodonotus illyricus, Omocestus haemorrhoidalis und Psophus stridulus
Strauchschrecken-Suchbild - wie viele Exemplare welcher Arten sind hier zu sehen?

So ließen wir uns Bicolorana kraussi (ehemals Metrioptera kuntzeni) einreden!
Hier gab es die größte Dichte an Leptophyes boscii, die uns je untergekommen ist (teils um die 10 Exemplare auf 1 Pflanze)!

Pärchen von Leptophyes boscii
Pärchen von Poecilimon ornatus
Anschließend sind wir noch bis zu einer sehr abwechslungsreichen, wunderschönen und halboffenen Wiesenlandschaft weitergewandert, wo wir unserer Liste z. B. Stenobothrus nigromaculatus hinzufügen konnten.
Die Artenliste vom Naturpark Učka (schon wieder so ein Strauchschrecken-Paradies – Werner hätte seine helle Freude gehabt;-):
Pholidoptera littoralis, Ph. femorata, Ph. fallax, Ph. griseoaptera, Ph. aptera, Eupholidoptera schmidti, Yersinella raymondii, Rhacocleis germanica, Pachytrachis gracilis, P. striolatus, Pseudochorthippus parallelus, Chorthippus maritimus, Ch. biguttulus, Ch. dorsatus, Phaneroptera nana, Euthystira brachyptera, Euchorthippus declivus, Poecilimon elegans, P. ornatus, Decticus verrucivorus, Roeseliana roeselii, Tettigonia viridissima, Leptophyes boscii, L. laticauda, Bicolorana kraussi, Calliptamus italicus, Pezotettix giornae, Sepiana sepium, Dinarippiger discoidalis, Omocestus haemorrhoidalis, O. petraeus, Psophus stridulus, Stenobothrus lineatus, S. nigromaculatus, Gryllus campestris, Oedipoda meridionalis
Am letzten vollständigen Tag ging es dann noch nach Krk, diesmal also mit der Fähre nach Osten. Hier suchten wir zunächst die unter Herpetologen Kultstatus genießende „Schneise“ auf („Und, woarts in da Schneisn?“ ist eine Standardfrage, wenn man wem herpetoaffinen berichtet, dass man auf Krk war;-). Sie führt zum Jezero Ponikve, dem einzigen Stausee auf Krk, der der regionalen Trinkwasserversorgung dient. Zudem ist er ein Natura-2000-Gebiet und beherbergt allerlei „Wassergeflügel“. Wir waren doch etwas enttäuscht, dass das Gebiet mittlerweile komplett umzäumt ist und man im Gegensatz zu früher (war zuletzt 2009 dort, Markus vor ein paar Jahren) offenbar nirgends mehr wirklich in die vielversprechende Verlandungszone kommt. Das mag daran liegen, dass der See inzwischen vergleichsweise wenig Wasser führt und dieses Gut in diesen Zeiten sehr wertvoll ist. Also war es viel Gelatsche in sengender Hitze mit nicht allzu viel Heuschrecken-Output. Auffällig war, dass wir auf Cres nicht auch nur ein einziges Reptil fanden, uns auf Krk allerdings sofort die Ruineneidechsen um die Ohren rannten und auch eine Vierstreifennatter und zwei andere Schlangen (nur kurz gesehen, aber vermutlich Balkan-Zornnattern) auszumachen waren (wie auch zwei Schlangenhäute). Ganz generell sind die beiden Inseln landschaftlich und von der Vegetation her komplett unterschiedlich, was mir zuvor nicht bewusst war – Krk ist wesentlich grüner und nicht so karg wie Cres. Beides hat was für sich…
„Die Schneise“ – vor einigen Jahren komplett umgegraben und daher heute leider nicht mehr so ein Paradies wie zuvor…
Dennoch konnten wir hier eine weitere, für uns neue Heuschrecken-Zielart finden, also hat sich die Wanderung jedenfalls trotz allem ausgezahlt! Um sie zu entdecken, muss man in die umgebenden trockenen Laubwälder eintauchen. 
Hier durchwühlt man die Laubstreu, und mit etwas Glück hüpft/läuft einem diese Heuschrecke vor die Knie:
Lange standen wir mit ihr auf Krksfuß, aber dann hat es doch geklappt: Die Dunkle Bodengrille (Mogoplistes brunneus) – unscheinbar wie nur was, aber ein absolutes Highlight der Reise, das wir uns redlich verdient haben! Hat mich irgendwie ans Steckerlfischessen erinnert – man muss für den Genuss arbeiten;-)
Zu diesen Highlights zählte auch die Libellenart mit dem wohl besten deutschen Namen – der Seedrache (Lindenia tetraphylla):

Eine Rarität auf der Reise: Chorthippus mollis. Ist es die Unterart lesinensis? Vielleicht…
Sehnsüchtiger Blick zur Verlandungszone des Jezero Ponikve
Zum Glück enschieden wir uns trotz Erschöpfung, an unserem ursprünglichen Plan festzuhalten und anschließend noch die salzige Verlandungszone einer Meeresbucht bei Soline aufzusuchen – denn als einzige Heuschreckenart in diesem extremen Lebensraum fanden wir wiederum um die 20 Tiere von Epacromius tergestinus tergestinus. Dabei handelte es sich allem Anschein nach um den Erstnachweis für die Insel Krk:
Markant gezeichnete Epacromius tergestinus tergestinus auf Krk
Habitat
Gleich daneben Highlife – vermutlich springen sie dort auch rum…
Am Freitag traten wir schließlich ohne große Umschweife die Heimreise an, beseelt von 9 bzw. 10 für uns neue Heuschreckenarten – damit hatten wir nicht gerechnet!
Nun noch ein paar weitere Eindrücke und anschließend die Gesamtartenliste. Markus hat sicher bessere Schreckenfotos, vielleicht zeigt er uns ja noch ein paar…
Eines der wenigen sicheren Exemplare von Aiolopus thalassinus – viele andere Strandschrecken entpuppten sich als die etwas unbefriedigende Aiolopus puissanti. Bei genauerer Betrachtung aber dann doch irgendwie nicht ganz so unbefriedigend, denn…
Aiolopus puissanti mit längeren und recht dunklen, kaum gefleckten Flügeln und der schwarz-weiß-schwarzen Heidelerchen-Zeichnung am vorderen (unteren) Flügelrand. Überraschend: Von Aiolopus strepens fanden wir nur ein einziges Exemplar!
Dociostaurus maroccanus
2011 - 2018 - 2026
Gerlitzen - Falkert - Krk
Auch Oedaleus decorus kann rosa sein;-)
Eine der schönsten Kreuzschrecken, die ich je sah – mit passgenauem Sonnenschirm
Allgegenwärtig: Rhacocleis germanica
Tetrix ceperoi – an Süßgewässern des Hinterlandes zu finden. Trotz intensiver Suche keine Paratettix meridionalis, "nur" hin und wieder Tetrix depressa.
So muss Dinarippiger discoidalis ausschauen! Werner und ich waren ja letztes Jahr im Velebit etwas enttäuscht von der Einfärbigkeit der dortigen Tiere…
Immer ein Highlight – der Blauschwarze Eisvogel (Limenitis reducta)
Die friedlichsten Momente zum Krafttanken für den uns bald wieder heimsuchenden Alltag gab es auf den Überfahrten mit den Fähren – sechsmal war definitiv zu wenig…

The End. Danke, Markus, für die schöne Reise!
Beste Grüße,
Günther
Artenliste (gesamt 75) in alphabetischer Reihenfolge. Wahrscheinlich hab ich was vergessen, das trag ich dann ggf. nach.
Acrida ungarica
Acrometopa macropoda
Acrotylus patruelis
Aiolopus puissanti
Aiolopus strepens
Aiolopus thalassinus
Anacridium aegyptium
Arcyptera brevipennis
Barbitistes ocskayi
Barbitistes yersinii
Bicolorana kraussi
Calliptamus italicus
Chorthippus biguttulus
Chorthippus dorsatus
Chorthippus mollis
Chrysochraon dispar
Conocephalus fuscus
Decticus albifrons
Decticus verrucivorus
Dinarippiger discoidalis
Dociostarus maroccanus
Epacromius tergestinus tergestinus
Euchorthippus declivus
Eupholidoptera schmidti
Euthystira brachyptera
Gryllomorpha dalmatina
Gryllotalpa cf. gryllotalpa
Leptophyes boscii
Leptophyes laticauda
Locusta migratoria
Mecostethus parapleurus
Micropodisma salamandra
Mogoplistes brunneus
Montana stricta
Odontopodisma fallax
Oecanthus pellucens (offenbar sehr selten auf Cres - eingeschleppte EInzeltiere?)
Oedaleus decorus
Oedipoda caerulescens
Oedipoda meridionalis
Omocestus haemorrhoidalis
Omocestus petraeus
Omocestus rufipes
Pachytrachis gracilis
Pachytrachis striolatus
Pezotettix giornae
Phaneroptera nana
Pholidoptera aptera
Pholidoptera fallax
Pholidoptera femorata
Pholidoptera griseoaptera
Pholidoptera littoralis
Platycleis affinis
Platycleis intermedia/grisea (welch Niederlage...)
Platycleis romana
Poecilimon elegans
Prionotropis hystrix
Pseudochorthippus parallelus
Psophus stridulus
Psorodonotus illyricus
Pteronemobius heydenii
Rhacocleis germanica
Roeseliana roeselii
Ruspolia nitidula
Sepiana sepium
Stenobothrus fischeri
Stenobothrus lineatus
Stenobothrus nigromaculatus
Stethophyma grossum
Tessellana tessellata
Tetrix ceperoi
Tetrix depressa
Tettigonia viridissima
Tylopsis liliifolia
Yersinella raymondii
Zeuneriana marmorata
RE: Exkursion nach Cres und Umgebung
in Exkursionsberichte 22.07.2026 10:42von hospiton • 2.797 Beiträge
Lieber Günther,
Danke, danke, danke!
1.) für's Mund wässrig machen
2.) für das aktivieren einer neuen Zielart für meinen September-Urlaub (Zeuneriana abbreviata), da wir heuer vielleicht an die Ostgrenze der Verbreitung stoßen werden, wobei September... Mal sehen.
3.) dass für mich auch 10 (+ 2 Fragezeichen) neue Arten dabei gewesen wären 
Hervorzuheben ist auch der kaum merkbare Verfall Deines Mitreisenden was die Gelenkigkeit und die Haarpracht angeht (zweiteres ist aber wohl der Kopfbedeckung geschuldet...). Vom Erstautor kann ich es noch nicht beurteilen, weil Markus noch keine Fotos eingestellt hat!
Das mit der Blindschleichenfärbung (© Werner) hast Du zweckentfremdet, weil das bezog sich ja in Mitteleuropa auf die Unterscheidung der Platycleis-Nymphen gegenüber den Pholidoptera bzw. Roeseliana-Nymphen, aber da sieht man, dass dies auch bei adulten vorkommen kann (Ph. fallax hat es bei uns ja auch fragmentös).
Ansonsten wie immer eine sehr erfreuliche (Sommer-)Bereicherung des Forums und von dem Ansporn, neue Arten zu sehen ganz zu schweigen!
LG
Werner
RE: Exkursion nach Cres und Umgebung
in Exkursionsberichte 22.07.2026 12:39von Lorin • 134 Beiträge
Vielen Dank für diesen Bericht, Günther - ich hatte schon darauf gehofft, nachdem einige Beobachtungen zuvor bereits auf verschiedenen Plattformen/Kanälen geteilt wurden.
An dieser Stelle sei hervorgehoben, dass nicht nur die Artenportraits und Landschaftsbeschreibungen für Entzückung sorgen, sondern (auch wenn es mittlerweile von dir erwartet wird) insbesondere dein exquisiter, leichtfüßiger Umgang mit Sprache - die kleinen Bonmots, die Wortspielereien und nicht zuletzt finde ich die 'faunistische Synästhetik' (Blindschleiche, Heidelerche) bereichernd.
Stellt sich mir noch die Frage: wie hat es Markus geschafft, das 'Mistvieh' ins rechte Licht zu rücken 
RE: Exkursion nach Cres und Umgebung
in Exkursionsberichte 22.07.2026 13:13von hospiton • 2.797 Beiträge
Zitat von Lorin im Beitrag #3das war schon vor 12 Jahren einmal Thema --> Das war Kärnten 2014, siehe Beiträge #10, #11 und #12!
Stellt sich mir noch die Frage: wie hat es Markus geschafft, das \'Mistvieh\' ins rechte Licht zu rücken
:



LG
Werner
RE: Exkursion nach Cres und Umgebung
in Exkursionsberichte 23.07.2026 11:17von Günther • 2.402 Beiträge
Danke Euch beiden! 'Faunistische Synästhetik' gefällt mir;)
Markus' Kunststück soll er Euch am besten selber schildern;) Es dürfte jedenfalls ein recht kooperatives Individuum gewesen sein - ich glaube irgendwie nicht, dass da alle gleich sind...
@Werner: Viel Erfolg mit Z. abbreviata! Die ist dort im Westen ja offenbar recht weit verbreitet, wenngleich September natürlich wirklich recht spät ist. Aber Du machst das schon - schließlich bist Du ja nicht irgendwer!:)
LG,
Günther
RE: Exkursion nach Cres und Umgebung
in Exkursionsberichte 23.07.2026 12:49von hospiton • 2.797 Beiträge
Danke für's Bauchpinseln ;) . Leider gibt es diese Art nicht nur in der geilen grünen Farbvariante, sondern auch solche Tiere, schauen dann schon aus wie saussuriana... Aber das ist dann jammern auf höchstem Niveau!
LG
Werner
RE: Exkursion nach Cres und Umgebung
in Exkursionsberichte 30.07.2026 12:09von WSW • 1.060 Beiträge
Vielleicht liegt es daran, dass kaum mehr jemand hier Exkursionsbeiträge postet: Der Beitrag ist eigentlich so umfassend, textlich und inhaltlich so hochqualitativ, die Bilder derartig herausragend und die gezeigten Arten so sensationell, dass man fast zwangsläufig resigniert und auf eigene Exkursionsberichte verzichtet.
Günther, wie lange hast du an dem Beitrag gearbeitet?
Ich selber war in den meisten der gezeigten Exkursionsziele schon unterwegs, zumeist aber nicht zur Hauptzeit der Heuschrecken. In Osor habe ich erfolglos nach Lestes macrostigma geschaut (die ich Jahre später im Nenndorfer Becken westlich von St. Pölten finden sollte). Heuschrecken hab ich damals nicht am Radar gehabt. Und auf den Ucka sind wir damals zu Pfingsten ganz auf den Gipfel raufgefahren, den rostigen Schranken unten haben wir einfach missachtet. Oben gab es fruchtende Schneeglöckchen unter Latschengebüsch und eine Messina-Schachblume zu sehen. Das war noch in meiner Floristenzeit.
Hätte ich so eine grüne Strandschrecke gesehen, wäre die bei mir problemlos als A. thalassinus durchgegangen
.
RE: Exkursion nach Cres und Umgebung
in Exkursionsberichte 31.07.2026 21:18von Günther • 2.402 Beiträge
Danke Wolfgang - gerade aus Deiner Feder (aber natürlich auch aus jener aller anderen - danke Maria!!) will das schon was heißen, das weiß ich sehr zu schätzen!
Ein paar Abende bin ich schon dran gesessen;) Aber ich mach das nach solchen Exkursionen so gerne, weil das sehr dabei hilft, das Ganze nochmal Revue passieren zu lassen und die Erinnerung daran zu festigen. Außerdem zwingt es einen, die Fotos runterzuladen und gleich einzuordnen - sonst wären sie wahrscheinlich in 1 Jahr noch immer auf der Speicherkarte:)
Aber eigentlich sollen solche Berichte auch dazu anspornen, eben wieder mehr exkursionszuberichten!! Dass das bei Dir offenbar das Gegenteil bewirkt, ist jetzt schon ein bissl ein Dämpfer:( Zum Glück ist das hier kein Wettbewerb und es muss/soll ja gar nicht so ausufern wie beim Cres-Bericht! Daher bitte - lass uns teilhaben!! Das gilt natürlich auch für alle anderen!
Sehr oft denke ich an die "Goldenen Zeiten" des Forums zurück und wünsche mir, dass es irgendwann wieder so wird wie damals...
LG,
Günther
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