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#1

Neunachweis von Aiolopus thalassinus und Wiedernachweis von Sphingonotus caerulans in Wörth/Pöchlarn

in Beobachtungen in Österreich 21.09.2025 19:06
von WSW • 1.062 Beiträge

Hallo,

heut hab ich mich nach der Sommerpause einmal zu einer "Fact-finding mission" bei den Lasselsberger-Schotterteichen in Wörth aufgerafft. Aber ich kann machen, was ich will, es rennen mir doch immer wieder Sensationen drein .

Nachdem sich vogelmäßig nicht wirklich Aufregendes tat, entschied ich mich, die Schüttungsflächen am Nordufer des Westteichs zu kontrollieren. Ich weiß nicht, was mich da geritten hat, aber auf der Fläche, wo ich im Frühsommer den Wiener Sandlaufkäfer gefunden hatte, flog plötzlich eine größere Ödlandschrecke auf. Ich bückte mich hinunter und das Viech war grün mit roten Hinterschienen: Aiolopus thalassinus! Ein schönes Weibchen.
Und meine Kamera lag im Auto weit entfernt - ich war noch nicht richtig im Rhythmus. Schon kurz darauf hab ich das Tier nicht mehr wieder gefunden. Und später mit der Kamera schon gar nicht. Es gibt also leider kein Bild von der. Gemäß Atlas wäre es nun der westlichste Nachweis nördlich der Alpen, nach den früheren Funden im Nenndorfer und Rohrer Becken.

Aber dafür fand ich dann nach etwa 10 Jahren Pause doch tatsächlich wieder eine S. caerulans!



Kurz darauf dann das eigentliche, recht kleine Habitat, wo etwa 10 weitere Exemplare zu finden waren, darunter auch ♂♂.



Natürlich war die Verwechslungsart auch wieder dabei:



Habitat:



Es stellt sich die Frage, ob S. caerulans wieder neu zugewandert ist oder unterhalb des Radars unentdeckt mit einer Minipopulation hier überdauert hat?

Auf der Schüttungsfläche fand sich noch anderes. Völlig überraschend im weiteren Ufer- und Verlandungsbereich einer größeren Wasserlacke ein kleiner Bestand der seltenen und stark gefährdeten Polei-Minze (Mentha pulegium), schon verblüht, aber unverkennbar:



Dort auch an Goldrute zuerst eine späte Dolchwespe (noch nicht in der Artenliste bei LB)



Und erstmals fand ich bei LB auch eine Bienenwölfin:



Natürlich sind alle diese Habitate zur Zerstörung vorgesehen: Wir wollen das Nordufer völlig umgestalten und für eine optimale Biodiversität herrichten. Dabei sind ja jetzt schon so interessante Arten dort. Würden wir nichts machen, würde allerdings alles in Blitzesschnelle zuwachsen...

Nach der längeren Sucherei (vergeblich habe ich z.B. die Südliche Heidelibelle gesucht, aber eine frisch geschlüpfte Sympetrum fonscolombii gesehen) bin ich zum Fotohide zurückgekehrt. Dort waren jetzt mehr Vögel, darunter auch schon 6 unberingte Steppenmöwen. Der obligate Ring wurde von einem jungen Kormoran nachgeholt, der schon jetzt im September aus Estland angerauscht ist:





Volle Ringnummer: A25247
Eine junge Rohrweihe trieb auch noch ihr Unwesen:



Für den Anfang war das gar nicht so schlecht.

VG Wolfgang


zuletzt bearbeitet 21.09.2025 19:11 | nach oben springen

#2

RE: Neunachweis von Aiolopus thalassinus und Wiedernachweis von Sphingonotus caerulans in Wörth/Pöchlarn

in Beobachtungen in Österreich 25.09.2025 16:02
von Thomas Z-K • 744 Beiträge

Lieber Wolfgang!
Wieder ein super Bericht voll spannender Funde - schön dass Du uns auch immer das Drumherum um die Heuschrecken mitgibst:-)! In Zeiten von ornitho & iNaturalist bekommt man solche schönen Exkursionsberichte sonst einfach nicht mit.
Von der Aiolopus gab es schon lange keine so weit nach Westen gerichteten Vorstöße - schön dass sie es immer noch kann. Und eine Sphingonotus-Population ist auch immer erfreulich.
Liebe Grüße!
Thomas

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